Eine Goldlegierung ist eine Mischung aus Gold und weiteren Metallen, die Farbe, Härte und Verarbeitbarkeit beeinflussen.
Begriff und fachlicher Hintergrund
Reines Gold ist relativ weich. Bei Schmuck werden deshalb häufig Kupfer, Silber, Palladium oder andere geeignete Metalle zugesetzt. Der Goldanteil wird durch den Feingehalt beschrieben; die Zusammensetzung des Restes ist nicht automatisch für jeden Ring gleich. Zwei gleichfarbige Stücke können daher unterschiedliche Legierungen besitzen.
Was bedeutet das bei der Bewertung?
Beim Ankauf sollte man nicht von „gelbem Gold“ pauschal auf 585 oder 750 schließen. Farbe, Gewicht, Punze und Materialprüfung liefern zusammen ein genaueres Bild. Bei Weißgold sind zusätzliche Bestandteile für die Legierung maßgeblich. Bei Reparaturen können außerdem Lotstellen vorhanden sein, deren Zusammensetzung von der Hauptlegierung abweicht.
Anschauliches Beispiel
Ein Schmuckstück mit 10 Gramm Gesamtgewicht und 750er Legierung enthält rechnerisch 7,5 Gramm Gold. Ob die übrigen 2,5 Gramm überwiegend Kupfer oder Silber sind, beeinflusst die Farbe und Eigenschaften, nicht jedoch die 7,5 Gramm Feingold. Edelsteine sind in dieser Rechnung nicht enthalten.
Häufiges Missverständnis
„Mehr Gelb“ bedeutet nicht „mehr Gold“. Eine stark kupferhaltige Rotgoldlegierung kann bei gleichem Feingehalt einen anderen Farbton als eine Gelbgoldlegierung aufweisen. Der Farbton ersetzt die Feingehaltsprüfung nicht.
Worauf sollten Sie achten?
- Farbton und Goldanteil bewusst getrennt beurteilen.
- Prüfen, ob Lot oder zusätzliche Metalle im Stück verarbeitet wurden.
- Goldanteil und mögliches Schmuckdesign als zwei Wertfaktoren betrachten.
Häufige Frage
Macht die Legierung ein Stück wertlos?
Nein. Auch 333er oder 375er Schmuck enthält echtes Gold. Sein Materialwert richtet sich nach dem tatsächlich vorhandenen Feingoldanteil und dem jeweiligen Ankaufspreis.
