Das Feingewicht ist die Masse des reinen Edelmetalls; das Raugewicht ist die gesamte Masse des Metallstücks.
Begriff und fachlicher Hintergrund
Bei einer Legierung sind Feingewicht und Raugewicht grundsätzlich verschieden. Der Zusammenhang lautet: Feingewicht = Raugewicht × Feingehaltsfaktor. Bei Münzen wird das Feingewicht häufig direkt angegeben. Bei Schmuck muss zuerst sichergestellt werden, dass das gewogene Material wirklich der betreffenden Legierung entspricht.
Was bedeutet das bei der Bewertung?
Die Unterscheidung ist zentral für eine faire Einschätzung. Besonders bei Goldmünzen aus 22 Karat wird die enthaltene Feinunze mit dem höheren Gesamtgewicht verwechselt. Bei Schmuck können Edelsteine, Stahleinlagen und Füllungen die Rechnung zusätzlich beeinflussen. Man sollte nichtmetallische Anteile deshalb nicht einfach als Raugewicht der Goldlegierung behandeln.
Anschauliches Beispiel
Eine Münze aus 22-karätigem Gold mit rund 33,93 Gramm Gesamtgewicht kann eine Feinunze, also rund 31,1035 Gramm reines Gold, enthalten. Bei einer 20-Gramm-Kette aus 750er Gold beträgt das rechnerische Feingewicht 15 Gramm.
Häufiges Missverständnis
Eine Briefwaage und eine Punze können für eine erste Überschlagsrechnung ausreichen, aber nicht für eine gesicherte Prüfung. Ein unbekanntes Kernmaterial würde das Ergebnis verfälschen.
Worauf sollten Sie achten?
- Das tatsächliche Legierungsgewicht ermitteln.
- Feingehaltsfaktor auf dieses Gewicht anwenden.
- Steine, Füllungen und Kerne nicht mit Goldgewicht gleichsetzen.
Häufige Frage
Ist das Feingewicht beim Verkauf wichtiger?
Für den reinen Edelmetallanteil ja. Der endgültige Angebotspreis kann zusätzlich von Produktart, Handelsfähigkeit und anderen Faktoren abhängen.
