Bei vielen Silbermessern bestehen Klinge, Griffkern und Füllung aus unterschiedlichen Materialien.
Begriff und fachlicher Hintergrund
Selbst hochwertige Besteckserien mit Silbergriffen verwenden häufig Stahlklingen. Hohlgriffe können mit Harz, Kitt oder anderen Materialien gefüllt sein. Das Gesamtgewicht eines Messers ist daher nicht automatisch das Silbergewicht. Auch versilberte Messer mit anderem Kernmaterial müssen gesondert beurteilt werden.
Was bedeutet das bei der Bewertung?
Bei einer Ankaufsschätzung sollten Messer von massiven Löffeln und Gabeln getrennt behandelt werden. Ob und wie ein Griff zerlegt wird, entscheidet der Fachbetrieb; eigenständiges Aufbrechen kann Verletzungen verursachen und gegebenenfalls einen zusätzlichen Sammlerwert zerstören. Für bekannte Serien sind Fotos und Herstellerzeichen hilfreich.
Anschauliches Beispiel
Ein zwölfteiliges Messerset wiegt 1,2 Kilogramm. Wer ohne Prüfung 1,2 Kilogramm mit einem Silberpreis multipliziert, überschätzt den Silbergehalt möglicherweise massiv. Die tatsächliche verwertbare Silbermenge ergibt sich erst aus dem Materialaufbau.
Häufiges Missverständnis
Dass am Griff „925“ steht, bedeutet nicht zwingend, dass die Klinge aus Sterling Silber besteht. Außerdem ist ein Besteckset nicht immer aus einheitlichem Material; ergänzte Ersatzstücke können andere Stempel tragen.
Worauf sollten Sie achten?
- Messer von massiven Besteckteilen getrennt erfassen.
- Griff, Klinge und Füllung als unterschiedliche Materialien berücksichtigen.
- Scharfe Klingen oder gefüllte Griffe nicht selbst aufbrechen.
Häufige Frage
Kann ich die Messer selbst zerlegen?
Das ist für eine erste Bewertung nicht erforderlich und bei scharfen Klingen riskant. Sinnvoller ist eine fachliche Prüfung und eine getrennte Aufstellung nach Stücktypen.
