Auflagezahlen auf Besteck kennzeichnen oft die Versilberung und sind keine Silberfeingehalte von 80, 90 oder 100 Prozent.
Begriff und fachlicher Hintergrund
Bei vielen klassischen Bestecken geben Zahlen wie 80, 90 oder 100 die Auflagestärke beziehungsweise eine historische Herstellerkonvention an. Sie sind nicht mit 800, 835 oder 925 zu verwechseln. Die konkrete Norm und das Referenzgewicht können je nach Bestecktyp und Herstellungszeit verschieden sein; daraus lässt sich nicht ohne Weiteres der Silberanteil eines Einzelstücks errechnen.
Was bedeutet das bei der Bewertung?
Beim Verkauf sollte zuerst geklärt werden, ob das Stück massiv silbern oder nur versilbert ist. Das erkennt man nicht zuverlässig an Glanz oder Gewicht. Gerade bei Messergriffen, Klingen und zusammengesetzten Teilen ist die pauschale Multiplikation mit einem Silbergrammpreis falsch. Verschiedene Auflagenqualitäten können zudem unterschiedliche Ankaufkonditionen haben.
Anschauliches Beispiel
Ein Löffel mit „90“ ist typischerweise nicht aus 90-prozentigem Silber. Ein Löffel mit „900“ kann dagegen einen Feingehalt von 900 Tausendteilen kennzeichnen. Die eine zusätzliche Null ändert daher die grundsätzliche Materialinterpretation.
Häufiges Missverständnis
Auflagezahlen lassen sich nicht ohne Kenntnis der Kennzeichnungsweise direkt in Gramm Silber pro Teil übersetzen. Wer den Wert schätzen möchte, sollte Herstellerangabe, Stückzahl und Gegenstandstyp dokumentieren.
Worauf sollten Sie achten?
- Die genaue Stempelkombination einschließlich Nullen fotografieren.
- Stückart und Anzahl bei Bestecksets notieren.
- Den Gesamtgegenstand nicht wie massives Silber berechnen.
Häufige Frage
Ist 90er Besteck echtes Silber?
Meist hat es eine Silberauflage auf einem Grundmetall. Es ist dann nicht mit massivem Silberbesteck gleichzusetzen.
